boxen2 Momentan fördere und fordere ich mich ziemlich selbst. Neben der normalen Zeitungsarbeit versuche ich mich derzeit darin, Video-Beiträge zu erstellen. Denn auch das wird über kurz oder lang zu den Aufgaben der Zeitungen gehören, und in Zeiten des Internet eigentlich eine tolle Sache.

Dabei bin ich eher privat unterwegs und mache dies aus “Spaß an der Freude”. Es gibt also keine “Arbeitsanweisung” die heißt: Drehen Sie mal Videos.

Der letzte Samstag sollte zwei Termine beinhalten. Zum einen eine Rundfahrt mit der MS Vineta auf der Goitzsche und dann den Besuch beim Open-Air Boxen an der Goitzsche.

Nun malt man sich Termine ja vorher auch ein wenig aus. Ganz ehrlich: Ich war von der Schifffahrt jetzt nicht soooo begeistert und freute mich auf einen gemütlichen Abend beim Boxen.

Doch es sollte ganz anders kommen.

Auf der MS Vineta war es sehr gemütlich, die Crew um Kapitän Hartmut Dornheim war extrem professionell, auch mir als Pressevertreter gegenüber. Die Fahrt gestaltete sich interessant und ist nicht nur was für Rentner – denn genau dieses Image ließ mich am Anfang ein wenig zweifeln, ob ich denn  auch bei dem Termin etwas “Spaß” haben würde.

Aber wie gesagt, die 1,5 Stunden auf der Goitzsche vergingen wie im Flug. Der Ausflug ist empfehlenswert.

Am Abend sollte es dann zum Boxen gehen. Eine Veranstaltung, die bei uns in der Redaktion bereits für einiges Aufsehen sorgte. Wir wollten den Termin stark unterstützen, da so ein Open-Air-Boxen an der Goitzsche einfach eine tolle Sache ist. Das fand auch unser Redakteur Uwe. Er vereinbarte sich einen exklusiven Termin mit dem Boxchef Harald Schuchardt, um einen Bericht über die Veranstaltung zu machen. Um den Termin wahrzunehmen unterbrach er extra seinen Urlaub.

Doch zu unserem Exklusivtermin waren plötzlich alle Medien geladen. Das lässt einem schon mal leicht ein wenig Galle hochkommen.

Da nun alle anderen Medien vor uns erschienen und wir nichts “Neues” hätten berichten können als alle schon von anderswo wissen, fiel unser Bericht entsprechend kurz aus.

Soviel zur Vergangenheit. Heute sollte es zum Boxen gehen – voller Vorfreude. Die wurde jedoch am Einlass schon jäh getrübt. Als ich mich als “Bitterfelder Spatz” zu erkennen gab, meinte der zwei Köpfe größere Einlasser: “Ihr hattet doch nur so ‘nen kleinen Artikel über uns drin. Wenn du hier rein gehst muss der größer werden.” Ich entgegnete mit: “Gut, dann geh ich wieder.” Denn ich lasse mir nicht vorschreiben, wie ich die Artikel gestalte.

Ohnehin plante ich eher eine Internet-Fotogalerie zum Thema “Sport an der Goitzsche”, gemeinsam mit Bildern den morgigen Goitzsche-Marathons. Denn ich halte wenig davon, am 15. Mai über eine Veranstaltung zu berichten, die am 7. Mai war. Das ist über eine Woche später und für uns schlicht unaktuell und demzufolge langweilig.

Nun jedenfalls durfte ich dann doch rein zum Boxen.

Schließlich hatte ich auch eine andere Mission. Ich möchte im “Bitterfelder Spatz” demnächst Sportlerinnen und Sportler zwischen 16 und 30 vorstellen, und warum soll da kein Boxer dabei sein?

Jedenfalls stieß ich dann auf Harald Schuchardt. Nachdem wir uns einig waren, welcher Sportler ausgewählt wird und wie ich ihn erreiche, sprach auch er von dem großen Bericht. Ich erklärte kurz die Sachlage mit dem Internet und der Aktualität. Er nickte und meinte dann: Ja, aber auch was Großes in die Zeitung.

Nun ich ging zum Ring und irgendwie, keine Ahnung warum, fühlte ich mich unwohl und unwillkommen. Um den Ring saßen Menschen die in meinen Augen zu 90 % unter die Kategorie “mehr Schein als sein” fallen.

Nach einer kurzen Fotorunde machte ich mich auf den Weg nach Hause, um dort einen gemütlichen Abend zu verbringen.

Dabei fiel mir das Plakat der Veranstaltung ins Auge. Ich frage mich, müssen es wirklich drei “Eintrittskategorien” sein, bei einer Boxveranstaltung der SG Chemie Bitterfeld? Es gibt Stehplätze (VVK 9,50 Euro, Abendkasse 12 Euro), normale Plätze "(VVK 15 Euro, Abendkasse 19 Euro) und VIP-Plätze (VVK 30 Euro, Abendkasse 35 Euro). Okay, die Veranstalter haben sich sicher was dabei gedacht. Jedoch fiel mir jetzt vor Ort nicht auf, wo sich die Bereiche trennen und was nun das Besondere am VIP Bereich sein soll.

Den ganzen Abend ging mir jedoch eins durch den Kopf: Seh’ nur ich die Veranstaltung so?

Ich griff zum Telefon und rief jemanden an, der dort aufgetreten ist, um einfach mal nachzufragen: “Und wie hat es Euch gefallen?” Die Antwort: “Naja, wir hatten uns das hier anders vorgestellt. Das ist alles irgendwie so übertrieben und so. Ach ich weiß auch nicht, wir wollten noch bleiben, doch wir sind uns einig, wir fahren gleich wieder nach Hause.”´

Ich glaube, dass ist Antwort genug.

Mein Tipp fürs nächste Jahr: Weniger ist manchmal mehr und man sollte immer zu seinen Absprachen und Versprechen stehen.

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