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Einer der großen Streitpunkte in Köthen ist derzeit die “Fasanerie”.

Auf Beschluss des Stadtrates ist der “Stadtwald” gesperrt. Bäume waren umgekippt. Wahrscheinlich ist das Grundwasser schuld. So lässt sich auch nicht ausschließen, dass in Zukunft wieder Bäume kippen.

Nun ist angedacht, um den Umkreis zu schützen, Bäume zu fällen. Bis zu 30 Meter sollen entlang der Straße weg. Der Grund ist einfach: Es besteht die Gefahr, dass eben diese Bäume auf die Fahrbahn oder Fußwege fallen – wenn sie denn fallen.

Alle Stadträte –  mich eingeschlossen – haben sich die Entscheidungen rund um die “Fasanerie” nicht leicht gemacht. Schließlich leben auch wir in Köthen und finden die Anlage sehr schön.

Ich selbst weiß auch nicht, wie ich mich am besten entscheide. Zum einen soll die Fasanerie möglichst so erhalten bleiben, wie sie jetzt ist. Auf der anderen Seite besteht natürlich auch die Gefahr von ernsten Unfällen.

Auch die Idee alle Bäume zu prüfen und von Fall zu Fall zu entscheiden, welcher gefällt wird, klingt nur auf den ersten Blick hervorragend. Dann haftet nämlich die Stadt, beziehungsweise derjenige, der den Baum für okay befunden hat. Wem will man dies aufbürden?

Kritische Stimmen aus der Bevölkerung werden laut – die durchaus konstruktive Hinweise einbringen.

Der durchgeführte Zugtest an ausgewählten Bäumen fiel negativ aus – eigentlich hatte die Stadt dadurch grünes Licht für Fällungen – so war es Beschluss.

Doch neue Erkenntnisse oder die Angst vor falschen Entscheidungen führte zu erneuten Diskussionen.

Die Hoffnung auf ein kleines Wunder lässt wohl viele Stadträte nach dem berühmten letzten Strohhalm suchen! Das ist völlig in Ordnung und beweist, dass auch wir Menschen sind die an Köthen hängen und um das Wohl besorgt sind.

Doch ab und an gehört es auch dazu, unliebsame Entscheidungen zu treffen, um die Menschen zu schützen und die Anlage für künftige Generationen nutzbar zu machen.

Es war, ist und wird nicht einfach!

Die Diskussion wird umso schwerer, je unsachlicher sie wird.

Vom lügenden Oberbürgermeister ist bei Gegnern der Fällungen die Rede. Aber auch davon, dass die Breite von 30 Metern, in der Bäume gefällt werden sollen, eine tolle Fläche für Einfamilienhäuser sei!

Hier möchte ich doch einfach zur Fairness aufrufen!

Ich stelle mich ja auch nicht hin und zeige mit dem Finger auf die Gegner der Baumfällung und sage: “Denen ist es egal, wenn einer Kindergruppe beim Fasanerie-Spaziergang ein Baum auf den Kopf fällt.”

Demokratie und Diskussion JA; Lügen und unterschwellige Andeutungen NEIN!

Es wäre nett, wenn ich einige Meinungen zu diesem Thema erhalte.

Update vom 26.01.2011:

- 3.000 Unterschriften sind bereits für eine Aktion von Dr. Jörg Rosenkranz zugunsten der Fasanerie zusammengekommen. Die Initiatoren möchten die Fasanerie zu Ostern wieder für die Öffentlichkeit öffnen.

- Stadtratskollegen der Fraktion SPD/Grüne haben ein Positionspapier zum Thema Fasanerie in die öffentliche Diskussion eingebracht. Auch die FDP-Fraktion wird sich mit diesem Papier befasssen.

Update vom 27.01.2011:

- als FDP-Fraktion im Stadtrat Köthen haben wir uns in der Vergangenheit bereits eindeutiger positioniert als SPD und Grüne in ihrem Positionspapier. Wir unterstützen die Unterschriftenaktion von Dr. Rosenkranz inhaltlich wie auch praktisch (Listen liegen beim Fraktionsvorsitzenden Uwe Schönemann – Juwelier Schönemann – in Köthen aus).